Wie lange dauert es, ein Balkonkraftwerk abzubezahlen?
Wie lange dauert es, ein Balkonkraftwerk abzubezahlen? Bei aktuellen Sets mit Speicher liegt die Amortisationszeit meist zwischen drei und sechs Jahren. Danach liefert die Anlage über viele Jahre praktisch kostenlosen Strom. Entscheidend sind Anschaffungspreis, Eigenverbrauch und Ihr Strompreis. Diese drei Stellschrauben rechnen wir hier durch.
So funktioniert die Amortisation
Ein Balkonkraftwerk ist abbezahlt, sobald es so viel Netzstrom ersetzt hat, wie es in der Anschaffung gekostet hat. Jede selbst erzeugte und direkt verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen den vollen Strompreis, also derzeit rund 35 Cent. Genau dieser Betrag arbeitet die Investition Stück für Stück ab.
Die Rechnung ist einfach: Anschaffungspreis geteilt durch die jährliche Stromersparnis ergibt die Amortisationszeit in Jahren. Je höher der Eigenverbrauch und je teurer Ihr Netzstrom, desto schneller kippt die Bilanz ins Plus. Ob sich die Anschaffung für Ihre Wohnsituation grundsätzlich lohnt, klärt der Ratgeber Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Was ein Balkonkraftwerk heute kostet
Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gefallen. Komplettsets mit Speicher gibt es heute ab etwa 750 Euro, leistungsstarke 2.000-Watt-Sets mit 2 kWh Akku ab rund 900 Euro. Dazu kommt: Auf Photovoltaik inklusive Balkonkraftwerke und Speicher fällt derzeit 0 Prozent Umsatzsteuer an, der Kaufpreis ist also bereits der Endpreis ohne versteckte Steuer.
Zur Einordnung die drei Kostenblöcke:
- Anschaffung: Module, Mikrowechselrichter, Kabel und Halterung, oft als fertiges Set. Der mit Abstand größte Posten.
- Betrieb: minimal. Balkonkraftwerke sind wartungsarm, der Wechselrichter läuft im Dauerbetrieb, gelegentliches Reinigen der Module genügt.
- Optional Speicher: erhöht die Investition, steigert aber den Eigenverbrauch und damit die jährliche Ersparnis spürbar.
Die komplette Auswahl vom 900-Watt-Einstieg bis zum großen Set finden Sie in der Kategorie Balkonkraftwerke.
Beispielrechnung: 900W und 2000W mit Speicher
Zwei realistische Rechnungen aus dem aktuellen Sortiment, jeweils mit Speicher und einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde.
900-Watt-Set mit 2 kWh Speicher
- Anschaffung: rund 750 Euro
- Jahresertrag: etwa 800 bis 900 Kilowattstunden
- Eigenverbrauch dank Speicher: rund 80 Prozent, also etwa 680 Kilowattstunden
- Jährliche Ersparnis: rund 240 Euro
- Amortisation: circa 3 Jahre
2000-Watt-Set mit 2 kWh Speicher
- Anschaffung: rund 900 Euro
- Jahresertrag: etwa 1.600 bis 1.900 Kilowattstunden
- Eigenverbrauch dank Speicher: rund 75 Prozent, also etwa 1.300 Kilowattstunden
- Jährliche Ersparnis: rund 450 Euro
- Amortisation: circa 2 bis 3 Jahre
Kompakter Einstieg mit zwei 450-Watt-Modulen und Speicher, amortisiert sich in etwa drei Jahren.
Zum 900W-Set mit SpeicherVier 500-Watt-Module und 2 kWh Akku für maximale Ersparnis und die kürzeste Amortisation.
Zum 2000W-Set mit SpeicherDiese Faktoren verkürzen die Amortisation
An drei Stellschrauben können Sie selbst drehen, um die Anlage schneller abzubezahlen:
- Eigenverbrauch erhöhen: Ein Speicher hebt den selbst genutzten Anteil von 30 bis 40 auf 70 bis 90 Prozent. Zusätzlich hilft es, große Verbraucher wie Waschmaschine oder Spülmaschine in die Mittagsstunden zu legen.
- Richtig ausrichten: Süden bringt den höchsten Jahresertrag, eine Ost-West-Aufteilung gleichmäßigere Erträge über den Tag. Verschattung durch Bäume oder Brüstung kostet spürbar Leistung.
- Hoher Strompreis: Je teurer Ihr Netzstrom, desto mehr ist jede selbst erzeugte Kilowattstunde wert und desto schneller rechnet sich das Set.
Beim Kauf müssen Sie sich um Umsatz-, Einkommen- oder Gewerbesteuer keine Gedanken machen. Warum das so ist, erklärt der Ratgeber Kann ich mein Balkonkraftwerk von den Steuern absetzen?
Was nach der Amortisation passiert
Ist der Kaufpreis wieder eingespielt, produziert die Anlage im Grunde kostenlosen Strom. Solarmodule halten 25 bis 30 Jahre, der Wechselrichter wird nach etwa 10 bis 15 Jahren einmal getauscht. Über die gesamte Laufzeit summiert sich die Ersparnis so auf ein Vielfaches der ursprünglichen Investition.
Ein Beispiel: Wer nach drei Jahren amortisiert ist und danach 20 Jahre lang jährlich 250 Euro spart, kommt auf rund 5.000 Euro Ersparnis, abzüglich eines einmaligen Wechselrichtertauschs. Das Balkonkraftwerk ist damit nicht nur ein Beitrag zur Energiewende, sondern eine der wenigen Anschaffungen, die sich über die Jahre selbst bezahlt und danach Gewinn abwirft.
Häufige Fragen zur Amortisation eines Balkonkraftwerks
Wann hat sich ein Balkonkraftwerk amortisiert?
Bei aktuellen Sets mit Speicher meist nach drei bis sechs Jahren, bei günstigen Sets ohne Speicher teils schon nach zwei bis vier Jahren. Der genaue Zeitpunkt hängt von Preis, Eigenverbrauch und Strompreis ab.
Lohnt sich ein Speicher trotz höherer Kosten?
Meist ja. Der Speicher kostet mehr, hebt aber den Eigenverbrauch deutlich. Dadurch steigt die jährliche Ersparnis, sodass die Amortisationszeit trotz höherer Investition oft ähnlich kurz bleibt.
Bekomme ich Geld für eingespeisten Strom?
Für kleine Balkonkraftwerke gibt es in der Regel keine Einspeisevergütung. Der finanzielle Vorteil entsteht ausschließlich über den vermiedenen Netzbezug, also über hohen Eigenverbrauch.
Wie viel spare ich pro Jahr?
Je nach Größe und Eigenverbrauch etwa 240 Euro bei einem 900-Watt-Set und rund 450 Euro bei einem 2.000-Watt-Set mit Speicher, gerechnet mit 35 Cent pro Kilowattstunde.